Über Sascha Mersch
Sascha Mersch erkennt die starken Bande zwischen Musik und Poesie und strickt etwas Neues daraus: „Percussive Pianocore“ nennt er selbst seine Musik und erklärt das Klavier zum Schlaginstrument. Vieles daran erinnert an die Avantgarde und an das Schonungslose früher Post-Punk-Bands, an Gothic, natürlich. Und auch an klassische Singer-Songwriter, an mehr oder weniger subtile Publikumsbeschimpfungen, die Tucholsky ein schiefes Grinsen entlockt hätten.
Die Tatsache, dass Sascha Mersch ganz nebenbei ein kompositorisches Genie ist – und das auch ohne Akademiebesuch – hüllt er selbst gern unter den bescheidenen Mantel des Lauten und des Unmittelbaren, das sein Publikum mitunter wohlig erschauern lässt. Reduziert auf Klavier und Stimme entsteht eine atmosphärische Dichte, die keinen Platz lässt für pompöse Arrangements oder seichte „Crowd Pleaser“.
Angefangen hat Sascha Mersch mit Lyrik-Vertonungen nach Bertolt Brecht und Edgar Allan Poe, auch mit eigenen Texten, inspiriert durch große Songwriter wie Nick Cave oder Leonard Cohen. In Leander Sukov fand er vor einigen Jahren einen Undergroundpoeten, der mit seiner Lyrik genau den Nerv des Künstlers traf. Sukov schreibt ungeschönt und zugleich betörend ästhetisch, mal politisch, mal erotisch, immer kompromisslos. Die Zusammenarbeit anders als „kongenial“ zu bezeichnen, wäre demnach glatt gelogen.
Im September 2009 erschien mit „Perlensau“ Sascha Merschs erstes Album auf voller Länge, das die EP „Herbstlaub“ (2008) ablöst. Es folgten (und folgen) neben vielen Solo-Auftritten Shows mit Bands von Agonoize bis Schneewittchen.
Diesen schönen Text hat Jana Volkmann über mich geschrieben. Herzlichen Dank!
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