Über Sascha Mersch
Sascha Mersch ist Pianist, Sänger und Performer aus Berlin. Sowohl seine Kompositionen, als auch die Art, wie er sie auf die Bühne bringt, sind kraftvoll, dunkel und aggressiv. Er singt dem Publikum seine Lieder in den Kopf und zwischen die Beine. Wenn er in die Tasten greift, wirkt es, als würde ein Symphonieorchester zu spielen beginnen - mit dem Kling-Klang wohltemperierter Klaviere hat das - zum Glück - nichts zu tun.
Was er komponiert, ist Mersch-Musik. Man kann, wenn man unbedingt will, Beziehungen entdecken. Zu Nick Cave zum Beispiel, also zu jener Mischung aus Independent, Punk und Ballade, die eine große Bandbreite eröffnet. Aber eigentlich ist das, was er komponiert, spielt und singt, etwas Eigenes. Und das stürmt bei seinen Live-Auftritten von der Bühne und wirbelt den Raum zwischen den Ohren des Publikums durcheinander.
Leander Sukov über Sascha Mersch
Sascha Mersch erkennt die starken Bande zwischen Musik und Poesie und strickt etwas Neues daraus: „Percussive Pianocore“ nennt er selbst seine Musik und erklärt das Klavier zum Schlaginstrument. Vieles daran erinnert an die Avantgarde und an das Schonungslose früher Post-Punk-Bands, an Gothic, natürlich. Und auch an klassische Singer-Songwriter, an mehr oder weniger subtile Publikumsbeschimpfungen, die Tucholsky ein schiefes Grinsen entlockt hätten.
Die Tatsache, dass Sascha Mersch ganz nebenbei ein kompositorisches Genie ist – und das auch ohne Akademiebesuch – hüllt er selbst gern unter den bescheidenen Mantel des Lauten und des Unmittelbaren, das sein Publikum mitunter wohlig erschauern lässt. Reduziert auf Klavier und Stimme entsteht eine atmosphärische Dichte, die keinen Platz lässt für pompöse Arrangements oder seichte „Crowd Pleaser“. Angefangen hat Sascha Mersch mit Lyrik-Vertonungen nach Bertolt Brecht und Edgar Allan Poe, auch mit eigenen Texten, inspiriert durch große Songwriter wie Nick Cave oder Leonard Cohen.
In Leander Sukov fand er vor einigen Jahren einen Undergroundpoeten, der mit seiner Lyrik genau den Nerv des Künstlers traf. Sukov schreibt ungeschönt und zugleich betörend ästhetisch, mal politisch, mal erotisch, immer kompromisslos. Die Zusammenarbeit anders als „kongenial“ zu bezeichnen, wäre demnach glatt gelogen. Im September 2009 erschien mit „Perlensau“ Sascha Merschs erstes Album auf voller Länge, das die EP „Herbstlaub“ (2008) ablöst. Es folgten (und folgen) neben vielen Solo-Auftritten Shows mit Bands von Agonoize bis Schneewittchen.
Jana Volkmann über Sascha Mersch