Sascha Mersch
Der Joker ist der Name meines Blogs. Hier schreibe ich über Aktuelles, meine Musik und alles andere, was mich interessiert. Kommentare dazu sind herzlich willkommen.
Website URL: http://www.sascha-mersch.de E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Überrascht habe ich festgestellt, dass seit Kurzem ein Artikel in der Wikipedia über mich existiert:
"Sascha Mersch (* 3. April 1973 in Kassel) ist ein deutscher Pianist, Sänger und Komponist aus Berlin. Stilistisch bewegt er sich zwischen Independent, Punk und Ballade.
Sascha Mersch wuchs in Kassel auf. 2001 kam er nach Berlin, wo er seinen charakteristischen Stil zwischen Performance und Musik entwickelte. Seine Texte sind Lyrikvertonungen oder stammen aus seiner eigenen Feder. Kritiker bescheinigen ihm "eigenwilliges und avantgardistisches Songwriting" und bezeichnen seine Performance als "Theater für die Ohren".
Klein aber fein. Prost!
Ich bin ein Fan – ein großer Fan sogar. Ein Fan von Philip Glass zum einen und vom Kronos Quartet zum anderen.
Seitdem ich das Kalifornische Quartett mit ungefähr sechzehn Jahren zum ersten mal im Hessischen Fernsehen gesehen habe, bin ich fasziniert von dem Klangreichtum, den die vier Musiker entfachen können. Das letzte ihrer Stücke, das ich wochenlang auf- und abgehört habe, ist Lux Æterna aus dem Soundtrack von Requiem for a Dream, komponiert von Clint Mansell. Auch die Musik Philip Glass' begleitet mich schon seit einigen Jahren – Protest war in meiner Anfangszeit auf last.fm sogar eine Zeit lang mein meistgespieltes Lied.
Am vergangenen Donnerstag, den 15.07.2010, hatte ich nun zum ersten mal die Gelegenheit, das Kronos Quartet live zu erleben. Doch damit nicht genug; auch Philip Glass war zugegen, unterstützt von seinem langjährigen Begleiter Michael Riesman. Zusammen führten sie in der Berliner Zitadelle live vor einer großen Leinwand, auf der der Originalfilm zu sehen war, den 1998 von Glass neukomponierten Soundtrack zu der 1931 entstandenenen Dracula-Verfilmung von Tod Browning mit Bela Lugosi in der Rolle des Grafen auf – das Kronos Quartet an den bekannten Streichinstrumenten und Philip Glass und Michael Riesman je an einem Yamaha CP, das ich ebenfalls bei meinen Livekonzerten einsetze.
Der Soundtrack war mir bisher unbekannt, hat mich aber sofort in seinen Bann gezogen. Wenn auch zu Beginn des Konzerts der Ton des Films ungleich lauter erschien als der Klang der Musik, ging das Konzept immer besser auf, je mehr der Film, die Musik und die Handlung voranschritten. Einige der Glass'schen Motive haben sich sofort unauslöschlich in mein musikalisches Gedächtnis gebrannt – nachdem ich heute die bestellte Soundtrack-CD erhalten habe, weiß ich, dass es diese sind: Dracula, Or a Wolf und Dr. Van Helsing And Dracula. Vor allem das letzte Stück besticht durch eine unausweichlich hypnotische Wirkung, die die Handlung auf das meisterlichste unterstützt – oder im Eislerschen Sinne kommentiert.
Auch wenn die Veranstaltung Open Air war, kann ich das Publikum nur als äußerst gesittet beschreiben – obwohl es meinem Sitznachbarn gelungen ist, mich trotz abwesender Headbanging-Qualitäten des Abends mit Bier zu überschütten. Auffällig war auch, dass einige Leute die Vorstellung vorzeitig verließen; wahrscheinlich hatten sie eine leichtere Musik erwartet oder waren zu belustigt von dem Film, der aus heutiger Sicht nicht allzu unheimlich erscheint, durch Glass' Musik aber eine Verwandlung erfährt. Von allen Dracula-Filmen, die ich gesehen habe, hat er vor allem auch das schönste Schloss zu bieten, das ich mir vorstellen kann.
Erwähnen möchte ich noch den jungen Mann, der uns recht vampiresk am Eingang begrüßte. Für eine Futterspende, die den in der Zitadelle lebenden Fledermäusen zugute kommt, konnten wir uns mit ihm fotografieren lassen. Das Ergebnis seht Ihr oben – und meine reizende Begleitung.
Vergleiche mich mit Konstantin Wecker und gewinne eine Herbstlaub EP.
Alles begann mit der taz: in einer launigen Kritik über das Stück Anleitung zur Domina, in dem ich in der Berliner Kleinen Nachtrevue auftrete, bestätigte Jenni Zylka mir eine ulkige Konstantin-Wecker-auf Gruftie-Erotik.
Darüber habe ich mich sehr amüsiert, konnte ich Frau Zylka doch am Abend der Aufführung selbst in Augenschein nehmen.
Ich muss sagen, dass ihrer Erotik an diesem Abend etwas Schwereloses anhaftete – so als wäre sie fast nicht vorhanden.
Doch genug darüber. Physiognomische Vergleiche mit Konstantin Wecker schmeicheln mir durchaus; bei Vergleichen musikalischer Art wäre ich jedoch etwas vorsichtiger. Nicht, dass ich die Musik des Kollegen nicht durchaus schätzen würde – nur ist ein Vergleich der beiden Stile (also Konstantin Weckers und meines) nicht gerade sinnvoll. Die Tatsache, dass beide singend am Klavier sitzen, bedeutet ja nicht, dass beider Musik ähnlich sein müsste und ist fast so sinnvoll wie ein Vergleich zwischen Lenny Kravitz und Joe Strummer, die ja auch beide singend an Gitarren stehen bzw. standen – wobei deren Stile wiederum weder mit Konstantin Weckers, noch mit meinem musikalischen Stil vergleichbar sind. Überhaupt. Vergleiche.
Davon ließ sich Alban Nikolai Herbst scheinbar überhaupt nicht abschrecken, als er – nachdem er eines meiner Konzerte besucht hatte – in einem Blogeintrag nach durchaus interessanten Worten zu einem ausgiebigen Konstantin-Wecker-Sascha-Mersch-Vergleich ausholte. Tja.
Das alles hat mich wie gesagt sehr amüsiert, und ich sehne mich nach mehr Vergleichen mit Konstantin Wecker – positiven wie negativen. Daher verpreche ich jedem Blogger, der in seinem Blog einen solchen postet, eine kostenlose Herbstlaub EP. Ehrlich. Kein Scheiß. Schickt mir einfach den Link zu dem Blogeintrag per Mail oder Kontaktformular, und ich werde Euch an die angegebene Adresse eine Herbstlaub EP senden. Herr Herbst bekommt auch noch eine.
Da ich gerade schon über die Vergangenheit schreibe: auf rockzoom.de gibt es ein schönes Review über mein Konzert als Support für Schneewittchen in der theARTer Galerie in Berlin im November 2009. Hier ein kurzer Auszug aus dem Artikel:
Piano, Stimme, vertonte Gedichte: Die drei Säulen, auf die Merschs Musik sich stützt, tragen mühelos ein ganzes Schloss voller verborgener Schätze, dunkler Winkel, Abgründe und Prunk. Jenseits von verklärter Romantik und allegorischem Kitsch tut sich so eine neue Welt auf, die den Zuhörer ganz in ihren Bann zieht – oder ihm einen Schrecken in die Glieder jagt. Sascha Mersch ist das egal, er singt, schlägt das Piano, als gäb’s kein morgen, und liefert eine Show ab, die nicht nur durch ihre Ehrlichkeit überzeugt, sondern auch durch eigenwilliges und avantgardistisches Songwriting.
Eine Klammer um seine eigenen Kompositionen bilden am 27. November zwei Coverversionen: Als Einstieg gibt es „Please Please Please Let Me Get What I Want“ von den unvergleichlichen Smiths, und zuletzt wagt er sich an David Bowies „Five Years“. Was für ein Set!
Den ganzen Artikel könnt Ihr auf rockzoom.de nachlesen
Fast ein Jahr ist es her, dass ich im Berliner Audiocue-Studio an den Aufnahmen für die "Perlensau" war. Drei Tage verbrachte ich in dem schönen Berliner Studio, das von Rainer Robben geleitet wird. Eine Woche später ging es an den Mix, und das Ergebnis kennt Ihr ja hoffentlich. Zum Jahrestag der Aufnahmen hier ein paar Impressionen aus dem Studio – ich hoffe, bald wieder dort sein zu können.
